Kooperationspartner

Visceralchirurgie

 

Dr. med. Dagmar Francke

 

Dr. med. Dagmar Francke (Koordinatorin)
Ärztin für Chirurgie/Visceralchirurgie
Chefärztin der Abteilung Chirurgie
der Klinik Hennigsdorf
Koordinatorin des Darmzentrums Oberhavel

Oberhavel Kliniken GmbH | Klinik Hennigsdorf
Abteilung für Chirurgie
Marwitzer Straße 91 • 16761 Hennigsdorf
Telefon 03302 5454271 | francke(at)darmzentrum-oberhavel.de

 

Der Anspruch der Chirurgie in der Behandlung des Darmkrebses ist nicht allein historisch bedingt. Auch im modernen multimodalen Therapiekonzept des colorektalen Karzinoms ergibt sich der Stellenwert der Chirurgie schon aus dessen anatomischen Besonderheiten. Hierzu gehört, dass sich der Krebs lange entlang lokal vorgegebener Strukturen und in den Grenzen einer anatomisch definierten Gefäßprovinz ausbreitet. Die systematische Entfernung des Lymphabflussgebietes mit dem Tumor ist eine entscheidende Voraussetzung für die Heilung, solange eine Tumoraussaat über diese natürlichen Grenzen hinaus noch nicht stattgefunden hat. Beim Darmkrebs erfolgt der Lymphabstrom gerichtet über Lymphknoten, die wie Perlen einer Kette entlang der Versorgungsgefäße eines Darmabschnittes liegen. Allein die räumlichen Distanzen, die hier von Tumorzellen überwunden werden müssen, unterscheiden den Darmkrebs von allen anderen Krebsformen.

Eine Radikaloperation ist auch beim Krebs des Enddarmes möglich. Die Grundlagen des Verfahrens sind, neben der kompletten Entfernung des Lymphabstromgebietes entlang der unteren Eingeweideschlagader, das systematische Respektieren der Grenzlamellen des Enddarmes. Diese stellen eine quasi tumordichte Verpackung dar, die vom Krebs auch in fortgeschrittenen Stadien respektiert wird. Als mein Lehrer Friedrich Stelzner diese Struktur 1962 erstmals beschrieb, war sie nur dem Chirurgen vertraut, später hat der britische Chirurg Richard J. Heald sie als die „heilige Ebene der Rektumresektion" bezeichnet. Heute macht die moderne Bildgebung, im Besonderen die Magnetresonanztomographie, diese Struktur bereits bei der Therapieplanung sichtbar. Somit wird bereits vor der Operation das Risiko eines lokalen Rezidivs abschätzbar. Sämtliche Rektumcarcinome werden daher praeoperativ zwischen allen Kooperationspartnern besprochen, um geeignete Fälle einer neoadjuvanten Behandlung zuzuführen. Nach der Operation stellt sich der Chirurg dem Urteil des Pathologen. Dieser beurteilt die Qualität der Resektion. Hierbei stellen die Zahl der entfernten Lymphknoten und die Unversehrtheit der Grenzlamelle objektive Qualitätsparameter dar. Durch die Einhaltung dieser Qualitätsstandards kann die Entscheidung über eine adjuvante Therapie objektiviert werden. Diese wird in einer postoperativen Tumorkonferenz zwischen allen Kooperationspartnern festgelegt.